Sprachleitfaden Demenz

Nicht nur Angehörige von Menschen mit Demenz, sondern auch Bürger:innen im täglichen Miteinander sind oft verunsichert, wie sie mit demenziell Betroffenen sprechen können/sollen/dürfen. Wie spreche ich sie/ihn an? Welche Worte wähle ich? Worauf muss ich achten? Es gibt doch so viel, was man falsch machen kann. Oder?

Die Deutschsprachige Demenz- und Alzheimerogranisation (DADO) hat hierfür einen Leitfaden zusammengestellt, in dem Hintergründe und Hinweise zum Sprechen über Demenz nachzulesen sind. Der bewusste und reflektierte Einsatz von Sprache kann helfen, einen Beitrag für einen rücksichtsvollen und empathischen gesellschaftlichen Umgang mit Demenz zu befördern.

Welt-Alzheimertag: MDR berichtet

Anlässlich des heutigen Welt-Alzheimertages (21.09.) widmet sich auch der MDR dem gesellschaftsrelevanten Thema und beleuchtet dies aus verschiedenen Perspektiven – sowie in Anbetracht der derzeitigen Situation unter besonderer Beachtung der Corona-Pandemie. Zudem berichtet der MDR in einem Beitrag über das DEMENZNETZ Magdeburg. Die Alzheimer Gesellschaft (e.V.) stellt ebenfalls einen Überblick über die im Rahmen des Welt-Alzheimertages stattfindenen Veranstaltungen.

Der heutige Tag soll die gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeit auf Demenz bzw. Alzheimer in Anbetracht der zu erwartenden Zunahme von betroffenen Menschen in den nächsten Jahrzehnten und der demografischen Alterung der Bevölkerung fördern.

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Corona: Umgang mit Bewohner*innen mit Demenz in Alters- und Pflegeheimen

Weltweit sind während der Covid-19 Pandemie viele ältere und hochaltrige Menschen schwer erkrankt und verstorben. In vielen Fällen lebten sie in Alters- und Pflegeheimen. Laut aktuellen Berechnungen liegt bei über 80-jährigen Menschen, die an Covid-19 erkranken, bei 10 Prozent. Zusätzlich zur Hochaltrigkeit wird auch eine Demenzerkrankung als Hochrisikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf angesehen. Deshalb sind schnellstmöglich präventive Maßnahmen zum Infektionsschutz notwendig, die zeitgleich eine adäquate und menschenwürdige Lebenssituation von Menschen mit Demenz im Pflegeheim sicherstellen. Das schweizerische Netzwerk Demenz hat zwei Positionspapiere u.a. mit Empfehlungen zum Umgang mit demenziell veränderten Menschen in Pflegeheimen veröffentlicht.

Neue Studie zu Bedürfnissen und Erfahrungen pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz

In einer qualitativen Studie aus Österreich wurden Alltagserfahrungen und Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz in den Fokus gestellt (veröffentlicht in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 2020). Es konnten in diesem Zusammenhang vier wichtige  Themen identifiziert:

  • beängstigende Bilder von Demenz in der Gesellschaft
  • Kontinuität und Konflikte in der Beziehung zur Person mit Demenz
  • Selbstsorge und Umgang mit eigener Gesundheit
  • fehlende Unterstützung und Gemeinschaft
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Allem voran wurde anhand der Ergebnisse herausgestellt, dass der Kommunikation der Demenzdiagnose im Lebensumfeld eine zentrale Rolle zukommt. Des Weiteren würden bürokratische, strukturelle und finanzielle Abläufe bei der Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen häufig als eher belastend erlebt.
Um Angehörige zu unterstützen, betonen die Autor*innen die Wichtigkeit von Informations- und Unterstützungsangeboten wie z. B. demenzspezifische Fachberatung und Selbsthilfegruppen, die an die individuellen Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz angepasst sind.

Corona-Virus: Informationen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns alle bereits seit mehreren Wochen und wir alle sind weiterhin aufgefordert, unser Alltagsverhalten zu überdenken, einzuschränken und noch umsichtiger als sonst mit unseren Mitmenschen zu sein. Das betrifft vor allem auch Menschen, die auf die Unterstützung von anderen Menschen angewiesen sind. Menschen mit Demenz benötigen in dieser Zeit vielleicht einmal mehr unsere Aufmerksamkeit und unsere Zugewandtheit. Es gibt bestimmte Verhaltensregeln und Maßnahmen, mit denen wir Menschen mit Demenz zu dieser Zeit begegnen können. Alle wichtigen Hinweise hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige in einem Informationsblatt zusammengefasst.

Sichere Informationen finden Sie darüber hinaus auch auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): https://www.infektionsschutz.de/ und dem Robert Koch Institut .

Förderung demenzsensibler Krankenhäuser

Basierend auf einer Studie in 2016 weisen insgesamt 40 Prozent aller über 65-jährigen Patient*innen in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Störungen auf, fast jeder Fünfte sei von einer demenziellen Erkrankung betroffen. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus allerdings werde die Nebendiagnose Demenz oft gar nicht erkannt. Die Krankenhaussituation stelle für die Betroffenen eine zusätzliche Belastung dar: Eine für sie fremde Umgebung und unbekannte Abläufe, die oft für Irritation und starke Verunsicherung sorgen. Darüber hinaus ist das Personal wenig auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sensibilisiert und vorbereitet.

Vor diesem Hintergrund hat die Robert Bosch Stiftung sich zum Ziel gesetzt, die Situation für demenziell betroffene Menschen in den Krankenhäusern zu verbessern. Mit dem Förderschwerpunkt werden Vorhaben der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten unterstützt, die gezielt auf die Bedürfnisse von Patient*innen mit Demenz im Akutkrankenhaus eingehen. Fachkräfte können sich darüber hinaus in einem weiterbildenen Masterstudium „Versorgung von Menschen mit Demenz“ an der Uni Witten/Herdecke spezialisieren.

Foto: Charité (pixabay.de)
Foto: Charité (Quelle: pixabay.com)

Wie kma-online berichtet, ist nun das Universitätsklinikum Münster als erstes „demenzsensibles Krankenhaus“ in Deutschland zertifiziert worden. Lesen Sie hierzu mehr.